Guthmann Lectures

Die Guthmann Lectures nehmen in Vorträgen und Diskussionen die facettenreiche Berliner Kunst- und Kulturgeschichte um 1900 in den Blick. Vorträge und Diskussionen machen dabei eine Zeit lebendig, die in ihrem Spannungsreichtum und ihrer Komplexität viele Merkmale des heutigen Kultur- und Gesellschaftslebens antizipieren. Ein besonderes Augenmerk der Guthmann Lectures gilt daher neben der Frage nach der geistesgeschichtlichen Bedeutung von Themen der Bildenden Kunst und der Literatur, des Theaters und der Musik um 1900 auch der Frage nach deren Implikationen auf das heutige Kultur- und Geistesleben.

Guthmann Lecture im Gutshaus Neukladow

 

Das Licht tropft von der Pinselspitze

Max Slevogt und der Berliner Impressionismus

 

Eine Vortragsreihe zum 150. Geburtstag von Max Slevogt

 

Im Oktober 2018 jährt sich der Geburtstag des Malers, Zeichners und Graphikers Max Slevogt (1868-1932) zum hundertfünfzigsten Mal. Die Guthmann Akademie nimmt dies zum Anlass, Slevogt mit einer Vortragsreihe zu ehren. In ihrem Zentrum stehen Leben und Schaffen eines Künstlers, der zusammen mit Max Liebermann und Lovis Corinth dem großen „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ zugerechnet wird. Dabei widmet sich die Guthmann Akademie dem Künstler an einer seiner wichtigsten Wirkungsstätten: in Neu-Cladow!

 

22. April 2018 – 14 Uhr

 

Von Kirschblüten, Weinernten & Sommergewittern

Max Slevogt und die Pfalz

 

Die fruchtbare und sonnenreiche Landschaft der Pfalz war für Max Slevogt zeit seines Lebens nie versiegender Quell zu künstlerischer Inspiration. Seit 1901 zwischen Berlin und seiner pfälzischen Wahlheimat pendelnd, scheinen die Arbeiten beinahe zahllos, in denen der Künstler die pfälzische Landschaft in’s Bild setzte. Insbesondere jene Gemälde, die auf seinem 1914 erworbenen Hofgut Neukastel bei Leinsweiler in der Südpfalz entstanden, künden dabei von der Auseinandersetzung des Künstlers mit den besonderen topographischen und atmosphärischen Reizen der pfälzischen Landschaft. Dass Slevogt sein künstlerisches Augenmerk dabei insbesondere auf die wechselnden Tages- und Jahreszeiten sowie die unterschiedlichen Witterungsbedingungen lenkte, ließ ihn mit spontan-gestischer Handschrift landschaftliche Impressionen von unverwechselbarem Charakter schaffen. Slevogts enger lebens- wie schaffensmäßiger Beziehung zur Pfalz wollen wir uns im dritten Vortrag der Reihe „Das Licht tropft von der Pinselspitze“ am 22. April 2018 um 14 Uhr im Gutshaus Neukladow widmen.

Veranstaltungsort: Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin; Eintritt: 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551.

Max Slevogt Kleine Weinernte 1913

Max Slevogt: Kleine Weinernte, 1913 © Max Slevogt-Galerie, Schloss Villa Ludwigshöhe, Edenkoben – GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Axel Brachat)

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ARCHIV

 

18. März 2018 – 14 Uhr

 

Von der Havel zu den Pyramiden

Max Slevogt und Johannes Guthmann in Ägypten

 

Vortrag von Dr. Miriam-Esther Owesle

 

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Max Slevogt: Sandsturm in der Libyschen Wüste, 1914 © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

„Die Gemälde aus Ägypten bedeuten eine ganze Epoche. Die Reihe der in Ägypten entstandenen Landschaften ist alles in allem vielleicht doch das schönste Dokument des deutschen Freilicht-Impressionismus“, schreibt der Kunsthistoriker Emil Waldmann über die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstandenen Ägyptenbilder Max Slevogts. Dass Johannes Guthmann den Entstehungsprozess dieser epochemachenden und im Œuvre des großen deutschen Impressionisten so bedeutsamen Werkgruppe unmittelbar miterleben konnte, verdankt sich seiner Freundschaft zu Slevogt, deren Grundstein während der Neu-Cladower Aufenthalte des Malers in den Sommern 1911 und 1912 gelegt wurde und die schließlich lebenslang währte. In dem Zyklus von 21 Gemälden und den zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen, die Max Slevogt im Februar und März 1914 in Ägypten schuf, erfuhr die Farbenlust der zwei Jahre zuvor in Neu-Cladow entstandenen Bilderreihe eine nochmalige Steigerung. Mit zupackender Handschrift fing der Künstler in farbintensiven, leuchtkräftigen Bildern das gleißende Licht der ägyptischen Sonne ein. Die Geschichten und Anekdoten, die Johannes Guthmann uns in seinen zahlreichen Schriften von der Reise erzählt, geben nicht nur Einblick in die Schaffensweise des impressionistischen Malers. Sie werfen auch ein Licht auf den fruchtbaren geistig-künstlerischen Austausch der Reisegefährten, deren Fahrt nach Ägypten das bereits in den drei Jahren zuvor in Neu-Cladow geknüpfte freundschaftliche Band aufs engste festigte und auch Johannes Guthmann zu schriftstellerischem Schaffen inspirierte. Mitten im Krieg erschien 1917 im Verlag Bruno Cassirer sein Buch „Bilder aus Ägypten“ – ein Hoffnungsschimmer in finsterer Zeit und ein Vermächtnis dessen, was Slevogt mit Guthmann verband: die Liebe zu den Schönheiten der Welt.

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21. Januar 2018 – 14 Uhr

 

Ein Garten Eden an der Havel

Max Slevogt und Neu-Cladow

 

Vortrag von Dr. Miriam-Esther Owesle

 

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Max Slevogt: Blumengarten I in Neu-Cladow, 1912 © Münster, LWL-Museum

Auf dem Anwesen des Kunsthistorikers und Schriftstellers Dr. Johannes Guthmann (1876-1956) hatte der impressionistische Maler in den pulsierenden Jahren um 1910 einen gleichsam arkadischen Ort gefunden, der ihm einen idealen Rahmen für seine körperliche wie geistige Rekreation bot und ihn vielfach künstlerisch inspirierte: Im Gartenpavillon schuf Slevogt seine ersten Wandmalereien mit Paraphrasen auf Mozarts „Zauberflöte“. In farbsprühenden Gemälden fing er die geistvoll-elegante Atmosphäre von Haus und Garten ein.

Neu-Cladow war für Max Slevogt ein moderner Garten Eden, den er nicht müde wurde zu porträtieren. Am 21. Januar 2018 um 14 Uhr widmet sich der erste Vortrag Reihe „Das Licht tropft von der Pinselspitze – Max Slevogt und der Berliner Impressionismus“ der besonderen Beziehung Max Slevogts zu Neu-Cladow.

Veranstaltungsort: Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin; Eintritt: 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551.

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Guthmann Lecture

im Gutshaus Neukladow

 

Sonntag, 19. November 2017 – 15 Uhr

 

„Mit der Leinwand an die Havel – Neu-Cladow und die Berliner Secession“

 

Vortrag von Dr. Miriam-Esther Owesle

 

Max_Slevogt_Blumengarten_II_in_Neu_Cladow_SMPKMax Slevogt: Blumengarten II in Neu-Cladow, 1912 © SMPK

Immer wieder zog es den impressionistischen Maler Max Slevogt nach Neu-Cladow, um hier am Havelstrand die Naturschönheit des Ortes und dessen geistig anregende Atmosphäre mit Pinsel und Zeichenstift festzuhalten. Noch heute kündet Slevogts Neu-Cladower Gemäldezyklus von jener Aufbruchstimmung, die Haus und Park um 1910 durch das Wirken des Kunsthistorikers und Schriftstellers Johannes Guthmann (1876-1956) erfüllte. Durch Guthmann wurde Neu-Cladow zu einem modernen Musenhof, an dem sich Bildende Künstler und Schriftsteller, Schauspieler und Musiker ein rekreativ-kreatives Stelldichein gaben – darunter auch zahlreiche Mitglieder der Berliner Secession. Sie schufen nicht nur Werke in Neu-Cladow, sondern auch für Neu-Cladow: neben Arbeiten von Max Slevogt befanden sich in der Kunstsammlung des Hausherrn Arbeiten von Hans Purrmann und August Gaul, Ernst Barlach und Georg Kolbe. Der Verbindung von Johannes Guthmann und Neu-Cladow zur Berliner Secession widmet sich ein Vortrag der Leiterin der Guthmann Akademie Dr. Miriam-Esther Owesle im Rahmen der Guthmann Lectures am 19. November 2017 um 15 Uhr. Dann heißt es im Musiksaal des Gutshauses Neu-Cladow: „Mit der Leinwand an die Havel – Neu-Cladow und die Berliner Secession“.

Veranstaltungsort: Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin; Eintritt: 10 € (erm. 8 €)

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