Neu-Cladower Salon

Rendezvous auf der Terrasse –

Lucie Höflich und Anton Mayer

7. Oktober 2018 – 14 Uhr

 

Lucie_HöflichNeu_Cladow_Terrasse_1912Porträt_Anton_Mayer

 

Der Name Lucie Höflich (1883-1956) mag heute nur noch wenigen geläufig sein – und doch hat die Schauspielerin Theatergeschichte geschrieben. 1903 von Max Reinhardt ans Deutsche Theater geholt, brillierte sie zunächst in klassischen Rollen wie dem Gretchen in Goethes Faust oder dem Käthchen von Heilbronn in Kleists gleichnamigem Schauspiel, bevor sie sich insbesondere als Protagonistin naturalistischer Dramen von Gerhart Hauptmann einen großen Namen machte. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Kunsthistoriker Anton Mayer (1879-1944) war sie um 1910 gar häufig in Neu-Cladow zu Gast und zählte zum engsten Gäste- und Freundeskreis um Johannes Guthmann. Mit ihm ebenso wie mit Max Slevogt machten Höflich und Mayer nicht selten die Neu-Cladower Nacht zum Tag, die sie auf der Terrasse des Gutshauses verbrachten oder im Musiksaal, um den Klavierklängen Conrad Ansorges zu lauschen. Dass Anton Mayer 1944 im Konzentrationslager Neuengamme seinen Tod fand, zeichnet verantwortlich für das Ende der Freundschaft mit Johannes Guthmann. Zeitlebens – und auch nach seiner Trennung von der bis an ihr Lebensende 1956 als Schauspielerin, Regisseurin und Schauspiellehrerin wirkenden Lucie Höflich – hatte sich Anton Mayer seinem Kunsthistoriker- und Schriftsteller-Kollegen Johannes Guthmann eng verbunden gefühlt. Und auch zwischen der Schauspielerin und Guthmann bestand über viele Jahre ein enges Band … . Im Oktober sind Lucie Höflich und Anton Mayer wieder zu Gast an der Havel – im Neu-Cladower Salon!

Veranstaltungsort ist das Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin.

Der Eintritt beträgt 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551

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Ein „Olympier“ im Gutshaus

Gerhart Hauptmann und Johannes Guthmann

 

2. September 2018 – 14 Uhr

 

Festbankett

Festbankett zur Feier des 50. Geburtstags von Gerhart Hauptmann, Hotel Adlon, 1912

 

Eine Fotografie von 1912 zeigt eine illustre Geburtstagsgesellschaft im Hotel Adlon zu Berlin: Gerhart Hauptmann (1862-1946), das fünfzigjährige Geburtstagskind, umringt von einer großen Gratulantenschar. Darunter auch der Hausherr von Neu-Cladow: Johannes Guthmann. Es war ein enges freundschaftliches Band, das den Kunsthistoriker mit dem Schriftsteller und Dramatiker verknüpfte. Nicht nur war der Literaturnobelpreisträger in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg gern gesehender Gast an der Havel. Auch zu späterer Zeit in Schlesien befeuerten wechselseitige Besuche die zeitlebens währende innige Freundschaft. Dies lag nicht allein an der räumlichen Nähe von Hauptmanns Haus Wiesenstein im schlesischen Agnetendorf, das sich der Dichter seit 1901 zu seinem bevorzugten Lebens- und Schaffensort erwählt hatte und das von Schreiberhau, dem seit 1921 neuen Domizil Johannes Guthmanns und seines Lebensgefährten Joachim Zimmermanns nur einen Steinwurf entfernt lag. Es war vor allem eine enge Geistes- und Seelenverwandtschaft, die maßgeblichen Anteil an einem regen Austausch zwischen dem von Guthmann als „Olympier“ bezeichneten Schriftsteller und dem Kunsthistoriker hatte und die dazu beitrug, dass das einmal geknüpfte Band nicht zerriss. Dass Margarete Hauptmann Johannes Guthmann und Joachim Zimmermann antrug, ihrem Gatten 1946 das letzte Geleit nach Hiddensee zu geben, wo der große Dichter seine letzte Ruhestätte finden sollte, verleiht dem Gewicht der Freundschaft, die von Hauptmann selbst als „Welt- und Lebensgemeinschaft“ bezeichnet wurde, sinnfällig Ausdruck.

Veranstaltungsort ist das Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin.

Der Eintritt beträgt 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551

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Arkadien liegt an der Havel –

5 Jahre Neu-Cladower Salon

 

Jubiläumsveranstaltung – Musik & Dichtung im Dialog

10. Juni 2018 – 14 Uhr

 

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Max Slevogt: Diener auf der Terrasse in Neu-Cladow, 1912 © Saarlandmuseum Saarbrücken

Seit den Tagen der Neuromantik sei der Klang der Harfe „für den Ausdruck feierlichen Glanzes und strahlenden, silbrigen Leuchtens“ unentbehrlich, heißt es 1924 im Handbuch der Musikgeschichte. Welches Instrument könnte sich demnach besser eignen, um das fünfjährige Jubiläum des Neu-Cladower Salons festlich zu begehen!

Zusammen mit der Violinistin Eva-Christina Schönweiß, wird die Harfenistin Anna Maria Fitzenreiter im Neu-Cladower Salon am 10. Juni 2018 um 14 Uhr einen außergewöhnlichen Klangzauber entstehen lassen, der die märchenhaft-poetische Atmosphäre des Guthmann’schen Neu-Cladower Salons von einst ins Hier und Heute transportiert.

Im Dialog mit neuromantischen Texten aus der Feder des Kunsthistorikers, Schriftstellers und Sammlers Johannes Guthmann (1876-1956), der in Neu-Cladow seinem Traum von einem Arkadien an der Havel sichtbare Gestalt verlieh, bringen die beiden Künstlerinnen unter anderem Werke von Gabriel Fauré (1845-1924), Jacques Ibert (1890-1962), Désire-Émile Inghelbrecht (1880-1965), Erik Satie (1866-1925), Eugène Ysaÿe (1858-1931), Ralph Vaughan Williams (1872-1958) und Camille Saint-Saëns (1835-1921) zu Gehör und schließen dem Publikum damit eine bezaubernde Klangwelt auf, die in hervorragender Weise zum neuromantischen Geist Neu-Cladows passt.

Anna Maria Fitzenreiter spielt als Harfenistin an renommierten Konzert- und Opernhäusern wie der Staatsoper Berlin, der Komischen Oper, der Deutschen Oper sowie an den Opernhäusern in Halle, Rostock und Cottbus. Sie verfügt über ein umfangreiches und sich ständig erweiterndes Solo-Repertoire und erarbeitet mit namhaften Musikerkollegen Kammermusik der unterschiedlichsten Epochen. So macht sie im Duo mit Eva-Christina Schönweiß ihrem Publikum jene zauberhaften Klangwelten erfahrbar, die durch den intim-filigranen Charakter der seltenen Kombination Violine und Harfe entstehen. Eva-Christina Schönweiß ist als Violinistin Stimmführerin beim Deutschen Symphonie Orchester (DSO) und Primaria des Niccolò Quartetts sowie Honorarprofessorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ (Berlin). Zudem ist sie Mitbegründerin der Akademie des DSO sowie des Kammermusikprojektes des Deutschen Symphonie Orchesters an Berliner Schulen.

Veranstaltungsort ist das Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin.

Der Eintritt beträgt 20 € (erm. 15 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551

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Neu-Cladower Salon 2018

Mimen, Musen und Memoiren – Illustre Gäste in Neu-Cladow

 

„Neu-Cladow hatte den Zauber, den es ausgeübt, zum guten Teile seinen Gästen zu danken“ schreibt der Kunsthistoriker und Schriftsteller Johannes Guthmann (1876-1956) in seinen Lebenserinnerungen und benennt damit das Herzstück des legendär gewordenen geistigen Lebens von Neu-Cladow! Vor gut hundert Jahren scharte der charismatische Hausherr mit Geist, Esprit und Weltoffenheit in Haus und Park Gäste um sich, die zum Who ist Who der pulsierenden Kulturszene der Reichshauptstadt gehörten und maßgeblichen Anteil daran hatten, dass Berlin zur führenden deutschen Kunstmetropole avancierte: Zu den Neu-Cladower Gesprächs- und Tafelrunden gaben sich der umtriebige Kunsthändler Paul Cassirer und die betörende Schauspielerin Tilla Durieux ebenso ein Stelldichein wie der international renommierte Regisseur Max Reinhardt und der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Indem wir 2018 die Jahresreihe des Neu-Cladower Salons jenen illustren Gästen widmen, die das pulsierende Berliner Kunst- Literatur- und Theaterleben an den Havelstrand brachten, wollen wir die inspirierende Atmosphäre von einst im Gutshaus Neukladow wieder lebendig werden lassen.

 

6. Mai 2018 – 14 Uhr

„Ambrosische Nächte in Neu-Cladow“ – Der Pianist Conrad Ansorge

 

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Max Slevogt: Conrad Ansorge am Flügel im Neu-Cladower Musiksaal, 1912

Der Musiksaal des Gutshauses ist das Herzstück von Neu-Cladow. Insbesondere ein Künstler hat dieses Herz vor gut hundert Jahren auf unverwechselbare Art zum Schlagen gebracht: der Pianist, Komponist und Musikpädagoge Conrad Ansorge (1862-1930). Als enger Freund des Jahrhundertschriftstellers Gerhart Hauptmann und des impressionistischen Malers Max Slevogt, den Ansorge mit seinem Spiel bisweilen gar zum Tanz im Gutshaus animierte, gehörte der international renommierte Klavierinterpret und einer der letzten Schüler Franz Liszts zum inneren Kreis der illustren Gäste Johannes Guthmanns und brachte den Blüthner-Flügel im Musiksaal mit Werken seines Lehrers Franz Liszt und mit Stücken von Beethoven, Schumann oder Schubert virtuos zum Klingen.

Wer war dieser Künstler?

Der Neu-Cladower Salon beschäftigt sich am 6. Mai 2018 mit dieser Frage in besonderer Weise: Ausgehend von Ansorges Wirken in Neu-Cladow soll die international bedeutsame Strahlkraft des Künstlers durch die Vorstellung eines jüngst erschienenen Buches beleuchtet werden, das sich Leben und Schaffen Ansorges in umfassender Weise widmet: Conrad Ansorge (1862-1930). Ein Pianist des Fin de siècle in Berlin und Wien, herausgegeben 2017 von Eike Rathgeber, Christian Heitler und Manuela Schwartz im Böhlau Verlag (Wien/Köln/Weimar). Nach einer Einführung in Ansorges Wirken in Neu-Cladow wird das Buch im Gespräch mit Dr. Michael Wittmann und Prof. Dr. Manuela Schwartz vorgestellt. Zwei junge Musiker, Meri Louise Mäkelä und Lennart Emilian Mäkelä (Julius-Stern-Institut, Universität der Künste Berlin), begleiten das Programm musikalisch mit der ersten Sonate für Klavier und Cello op. 5/1 von Ludwig van Beethoven.

Veranstaltungsort: Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin; Eintritt: 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551.

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8. April 2018 – 14 Uhr

Pathos im Park – Max Reinhardt und das Neu-Cladower Naturtheater

 

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Max Reinhardt (fotogr. v. Nicola Perscheid), 1911

Der Wunsch, Neu-Cladow im Sinne eines Gesamtkunstwerks auszugestalten, in dem Natur und Kultur zu einem unlösbaren Ganzen miteinander verwoben werden sollten, ließ Johannes Guthmann einen Künstler auf den Plan rufen, der als Theaterregisseur und Intendant zu den renommiertesten Theaterleuten seiner Zeit zählte und maßgeblich dazu beitrug, dass Berlin in den Jahren nach 1900 zur führenden Theatermetropole Deutschlands mit internationalem Ruf avancierte. Es war kein Geringerer als der „Herr des Deutschen Theaters“ Max Reinhardt (1873-1943), der Guthmann bei der Konzeption des von ihm geplanten Naturtheaters beratend zur Seite stand. 1912 mit einer Aufführung antiker Chormusik eröffnet, wurde der Spielbetrieb des „grünen Festspielhauses“ durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Dass Johannes Guthmann im Sommer 1919 trotz bitterster Not der Nachkriegszeit das lyrische Drama „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal aufführen ließ, war ein Zeichen der Kontinuität in krisengeschüttelter Zeit, von der auch die Beziehung zwischen Johannes Guthmann und Max Reinhardt sprechend kündet: das in Neu-Cladow geknüpfte freundschaftliche Band zwischen Guthmann und Reinhardt überdauerte die Krisenzeit des Ersten Weltkriegs und wirkte bis in die 1920er Jahre hinein fort. Max Reinhardt und seinen vielfältligen Beziehungen zu Neu-Cladow widmet sich der April-Vortrag des Neu-Cladower Salons 2018.

Veranstaltungsort: Gutshaus Neukladow (Musiksaal), Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin; Eintritt: 10 € (erm. 8 €).

Um Reservierung wird gebeten unter der e-mail-Adresse meo@guthmann-akademie.de oder unter der Rufnummer 030/32604551.

 

4. März 2018 – 14 Uhr

Femme fatale am Havelstrand – Die Schauspielerin Tilla Durieux

 

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Franz von Stuck: Tilla Durieux als Circe, um 1913 © SMB, Alte Nationalgalerie Berlin

Dass die männerbestrickende femme fatale, als die sich die Schauspielerin Tilla Durieux (1880-1971) durch Franz von Stucks Rollenporträt als Circe von 1913 einen unvergänglichen Platz im kollektiven Gedächtnis eroberte, während des Ersten Weltkriegs mit selbstgemachtem Kompott für Johannes Guthmanns leibliches Wohl sorgte, wirft ein Licht auf das enge Verhältnis des Hausherrn zu der renommierten Mimin, die um 1910 Triumphe auf den Berliner Bühnen feierte. Gar oft war Tilla Durieux zusammen mit ihrem Ehemann, dem Kunsthändler Paul Cassirer, in Neu-Cladow zu Gast. Hier fand sie eine Vielzahl jener Gaul’schen Kleinbronzen vor, deren Bewunderin sie war. Hier lieferte sie sich am Havelstrand Scheingefechte mit ihrer Schauspielerkollegin und -konkurrentin Lucie Höflich. Dass das Ende ihrer Ehe tragisch verlief und sich Cassirer anlässlich der drohenden Scheidung in der Kanzlei von Guthmanns Rechtsanwalt 1926 das Leben nahm, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die Ehe der beiden über Jahre als durchaus fruchtreiche Verbindung ausnahm, deren Spiegel das behagliche Ambiente und die niveauvolle Atmosphäre ihrer Wohnung im Berliner Tiergartenviertel war. An deren geistig-kulturell anregendem Klima partizipierte Johannes Guthmann zusammen mit seinem Lebensgefährten Joachim Zimmermann gar häufig. Jene Passagen, die Guthmann Tilla Durieux in seinen Lebenserinnerungen widmet, vermögen uns nicht nur Einblick in ein spannendes Künstlerinnenleben zu gewähren, sondern lassen darüber hinaus auch die große Zeit des Berliner Theaters zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder lebendig werden.

 

 

4. Februar 2018 – 14 Uhr

Löwenkinder für Neu-CladowDer Kunsthändler Paul Cassirer

 

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Leopold von Kalckreuth: Paul Cassirer, 1912 © Stiftung Stadtmuseum, Berlin

Zählten die Werke Max Slevogts und August Gauls zum Kernbestand der Kunstsammlung des Kunsthistorikers und Schriftstellers Johannes Guthmann in Neu-Cladow, so wurde der Sammler von keinem Geringeren als dem umtriebigen Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer (1871-1926) mit den Werken der Künstler der Berliner Secession versorgt. Cassirer nahm die Rolle eines Hoflieferanten für die umfangreiche Kunstsammlung Johannes Guthmanns ein. Dabei stellte die mußevolle Welt Neu-Cladows mit ihrer inselhaft entrückten Lage einen hochwillkommenen Rekreationsort für den vielbeschäftigten Kunsthändler dar, der den französischen Impressionismus im wilhelminischen Berlin gegen die kaiserliche Kunstdoktrin etablieren half und dafür sorgte, dass sich in der Berliner Kunstszene weit Fenster und Pforten öffneten und frischer Wind und helles Licht in die Atelierräume strömten. Dass wir uns heute noch ein genaues Bild von den im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich verlorenen Slevogt’schen Wandmalereien im Neu-Cladower Gartenpavillon zu machen vermögen, die 1921 in elf farbigen Lichtdrucken als aufwändige Kassette publiziert wurden, verdankt sich Cassirers leidenschaftlichem Engagement für die moderne Kunst und – für Neu-Cladow.

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Neu-Cladower Salon 2017

Neu-Cladows illustre Nachbarn:

Künstlerhäuser und Sammlervillen in Wannsee

 

Nachdem sich der Neu-Cladower Salon seit April 2013 in vier Vortragsreihen der facettenreichen Biografie des Kunsthistorikers, Schriftstellers und Sammlers Johannes Guthmann (1876-1956) im Spiegel von Haus und Park Neu-Cladow angenommen hat, möchten wir den Blick in diesem Jahr topographisch wie historisch weiten und auf Guthmanns künstlerisch versierte und ambitionierte Nachtbarn richten, die in ihren jeweiligen Häusern am Kleinen und Großen Wannsee daran arbeiteten, jener „Unvergänglichkeit des Schönen in der Welt“ sichtbaren Ausdruck zu verleihen, die Johannes Guthmann stets weg- und richtungsweisende Maxime war. „Neu-Cladows illustre Nachbarn: Künstlerhäuser und Sammlervillen in Wannsee“ heißt der Vortragszyklus des Neu-Cladower Salons 2017, der an jedem ersten Sonntag im Monat stattfinden wird in der Galerie Mutter Fourage, Chausseestraße 15a, 14109 Berlin-Wannsee (www.mutter-fourage.de).

Der Eintrittspreis beträgt regulär 10 € und für Mitglieder des Freundeskreises der Guthmann Akademie 8 €. Um Reservierung wird gebeten. Anmeldungen nimmt die Galerie Mutter Fourage entgegen unter der e-mail-Adresse karten@mutter-fourage.de oder unter der Telefonnummer 030/8052311.

 

5. Februar 2017 – 14 Uhr

Eine Ritterburg am Wannsee

Der Bauunternehmer Robert Guthmann und seine Villa am Sandwerder 5

 

„Einen grässlichen Kasten im Stil einer imitierten Ritterburg“ nannte der Dramatiker Carl Zuckmayer die pompöse Villa im Stil der Neorenaissance, die der Bauunternehmer Robert Guthmann (1839-1924) am Großen Wannsee für sich und seine Familie 1884/85 errichtet hatte und die heute über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist – als Literarisches Colloquium Berlin. Dabei hat die Pflege der schönen Künste in der Villa am Großen Wannsee eine lange Tradition und reicht bis auf Robert Guthmann zurück, der hier eine Kunstsammlung sein eigen nannte, die auch den Grundstock bildete für jene Sammlung bedeutender Werke der Klassischen Moderne, mit der sein Sohn Johannes sich später einen Namen unter Künstlern und Kulturschaffenden machte. Dass Kunst und Kultur in der Villa am Sandwerder 5 nicht erst seit Zuckmayer, der hier in den Zwanzigerjahren seinen „Fröhlichen Weinberg“ schrieb, sondern bereits im Wilhelminischen Kaiserreich eine Heimstatt zeigt der Februar-Vortrag des Neu-Cladower Salons in der Galerie Mutter Fourage.

 

5. März 2017 – 14 Uhr

Mit der Wannseebahn zum Kaiser

Der Hofmaler Anton von Werner und sein Sommerhaus in Wannsee

 

1887 ließ sich der „Kaisermaler“ Anton von Werner (1843-1915) nach mehreren Wannseer Sommerfrischen in der Villenkolonie Alsen ein Sommerhaus errichten, das ihm inspirierend-rekreatives Refugium in turbulenter Zeit war. Seitdem der Künstler mit der „Kaiserproklamation“ in den 1870er Jahren sein wohl berühmtestes Gemälde geschaffen und damit einen der wichtigsten Augenblicke der deutschen Geschichte – die Proklamierung des deutschen Kaiserreiches am 18. Januar 1871 – in einem großformatigen Ölgemälde dokumentiert hatte, avancierte er im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu einem hoch angesehenen und mit offiziellen Aufträgen reich gesegneten Maler. Seine Zeit in Wannsee wirkte sich demgegenüber katalysatorisch auf die Entstehung spontan anmutender, sonnendurchfluteter Garten- und Familienszenen aus, die den Historienmaler buchstäblich in einem anderen Licht erscheinen lassen. In dem Vortrag „Mit der Wannseebahn zum Kaiser“ beleuchtet der Neu-Cladower Salon den großen Künstler  von beiden Seiten!

 

2. April 2017 – 19 Uhr

Rembrandt, Rubens und Rodin – Der Sammler Oskar Huldschinsky

Im Mai 1928 fand im Berliner Hotel Esplanade eine spektakuläre Auktion statt. Versteigert wurden mehr als 250 Bilder, Skulpturen und kunstgewerbliche Gegenstände aus dem Besitz des jüdischen Kaufmanns und Industriellen Oscar Huldschinsky (1846-1931), in denen sich der museale Charakter seiner umfangreichen Kunstsammlung widerspiegelt. So zählten wichtige Werke der italienischen und deutschen Renaissance, der niederländischen Malerei des 17. Jahrhundert und des französischen Rokoko zur Sammlung und gaben sich sowohl in der Stadtwohnung Huldschinskys im Tiergartenviertel ein Stelldichein, wie in jener Wannseevilla, die sich der Sammler 1890/91 auf dem heutigen Grundstück Am Sandwerder 33/35 errichten ließ. Der Salon Neu-Cladow nimmt im April die Sammlung eines der bedeutendsten Mäzene um 1900 in den Blick, der nicht nur bedeutende Werke von Botticelli und Tiepolo, von Rembrandt und Franz Hals sein eigen nannte, sondern der auch als früher Stifter französischer Impressionisten für die Berliner Nationalgalerie Museumsgeschichte geschrieben hat.

 

7. Mai 2017 – 14 Uhr

Von der Front zum Havelstrand – 

Der Historienmaler Hugo Vogel und seine Villa in Wannsee

Dass der vor allem für seine Historiengemälde bekannte Maler Hugo Vogel (1855-1934) mit einem Flöte spielenden Faun ein arkadisches Motiv schuf, das der neuromantischen Richtung der Malerei um 1900 zuzurechnen ist, erstaunt angesichts der Fülle von Ereignisbildern, die den Künstler seit den 1880er Jahren berühmt gemacht hatten. Und doch ist der Spagat zwischen Tradition und Moderne besonders kennzeichnend für einen Maler, der als Akademieprofessor in Konflikt mit Anton von Werner geriet und sich als Mitglied der fortschrittlichen Künstlervereinigung „Gruppe der XI“ deutlich zur Avantgarde bekannte. Dabei rekurrieren die idyllischen Motive in Vogels Bildwelt zweifellos auch auf dem Erlebnis der durchsonnten Natur an der Havel: 1901 hatte sich Vogel von dem bekannten Architekten Franz Schwechten einen Landsitz Am Großen Wannsee 48 errichten lassen, der als eines der schönsten Wassergrundstücke der Villencolonie Alsen galt. Dem vielseitigen Künstler, der während des Ersten Weltkriegs Paul von Hindenburg als Porträtmaler an die Front begleitete und an den noch heute eine Straße in Wannsee erinnert, wollen wir uns im Rahmen des Salon Neu-Cladow im Mai widmen.

 

Juni bis August 2017: Sommerpause des Neu-Cladower Salons

 

3. September 2017 – 14 Uhr

Mit der Staffelei in’s Grüne

Philipp Franck und sein Traum von einer Künstlerkolonie am Wannsee

Lange bevor sich der Maler und Zeichner Philipp Franck (1860-1944) im Jahre 1909 sein Atelierhaus in der Wannseer Hohenzollernstraße 7 bauen ließ, hatte der aus Frankfurt am Main stammende Künstler mit Pinsel und Zeichenstift bereits jene malerische Havellandschaft um Potsdam festgehalten, der zeitlebens seine unverbrüchliche Liebe galt und deren Schönheiten er nicht nur in weitgehend unberührter Natur, sondern auch in den Landschaftsgärten zahlreicher Sommerhäuser der Villenkolonie Alsen nachspürte. Dabei pflegte Philipp Franck nicht nur Umgang mit wohlsituierten Villenbesitzern wie Eduard Arnhold oder Cornelie Richter, sondern stand auch in engstem Austausch mit Künstlern wie Hans Herrmann oder Max Liebermann. In Francks dichtem gesellschaftlichem Netzwerk spiegelt sich dabei auch sein Traum von einer Künstlerkolonie am Wannsee wider, dem der September-Vortrag der Reihe „Künstlerhäuser und Sammlervillen in Wannsee“ des Neu-Cladower Salons gilt, der in diesem Jahr zu Gast in der Galerie Mutter Fourage ist.

 

1. Oktober 2017 – 14 Uhr

Hofmannsthal zu Gast in Wannsee

Die Salonnière Cornelie Richter und ihr Landsitz auf dem Wehrhorn

In heiter-lichtdurchwirkten Gemälden hat uns der Maler Philipp Franck jenen Garten überliefert, den zu hegen und pflegen der Witwe des Malerfürsten Gustav Richter (1823-1884) Herzensangelegenheit war. Mit ihrem Landsitz auf dem Wehrhorn – einer Halbinsel zwischen Kleinem Wannsee und Pohlesee – schuf  Cornelie Richter (1842-1922) insbesondere in den Jahren zwischen 1890 und 1914 ein idyllisches Refugium, in dem auch die Kultur reiche Blüten trieb. Galten bereits zu Lebzeiten ihres Mannes die Atelierfeste in der gemeinsamen Stadtwohnung als legendäre Zusammenkünfte der geistig-kulturellen Elite der Gründerzeit, so empfing Cornelie Richter in ihrem 1888 von Hermann Ende erbauten Sommerdomizil in der Villenkolonie Alsen insbesondere jenen Kreis, mit dem sie in engstem Kontakt stand – darunter bedeutende Vertreter der künstlerischen Avantgarde. Der Dichter und Dramatiker Hugo von Hofmannsthal war dabei ebenso gern gesehener und häufiger Gast in der Hohenzollernstraße 12 wie der Schriftsteller und Mäzen Harry Graf Kessler. Der Salonnière Cornelie Richter und ihrem Wannseer Refugium ist der Oktober-Vortrag des Neu-Cladower Salons in der Galerie Mutter Fourage gewidmet.

 

3. Dezember 2017 – 18 Uhr

„Kohlenkönig“ und Mäzen

Eduard Arnhold und seine Villa am Großen Wannsee

Es mag kein Zufall sein, dass Max Liebermann den Garten seines Nachbarn Eduard Arnhold (1849-1925) am Großen Wannsee 4 in einem 1911 entstandenen Gemälde aus der Vogelperspektive mit weit schweifendem Blick ins offene Blau des Großen Wannsees gestaltet hat – Weltoffenheit und Weitblick zeichneten das kulturelle Engagement des Unternehmers und Mäzens aus, der als Multimillionär einer der reichsten Männer seiner Zeit war und um 1900 zu den wichtigsten Förderern von Kunst und Wissenschaft gehörte. In maßgeblicher Weise zeichnete Eduard Arnhold dafür verantwortlich, dass die frühe Moderne in den konservativen wilhelminischen Kunstbetrieb Einzug halten konnte. Dabei fand nicht nur der französische Impressionismus in dem „Kohlenmagnaten“ einen seiner bedeutendsten Befürworter – auch der deutschen zeitgenössischen Kunst war Eduard Arnhold ein wichtiger Protegé. Dass Liebermanns Impressionismus das Interesse des Sammlers ebenso weckte wie die Neuromantik Böcklins bezeugt, dass der zeittypische Streit der Richtungen in der Sammlung Arnhold zur Beruhigung gelangte. Hier fanden sich – wie Hugo von Tschudi 1909 feststellte – die Meister des 19. Jahrhunderts zu „einem wahren Friedensfeste“ vereinigt. Der Dezember-Vortrag des Neu-Cladower Salons in der Galerie Mutter Fourage ist dem großen Sammler und Mäzen Eduard Arnhold gewidmet.

 

7. Januar 2018 – 14 Uhr

Ein Landhaus für Manet & van Gogh

Die Villa von Franz und Margarete Oppenheim

und ihre Kunstsammlung am Wannsee

„Die Leitung der Fabrik besorge ich, das Departement Kunst untersteht meiner Frau“, schreibt der Unternehmer Franz Oppenheim (1852-1929) im Jahre 1909 an den Direktor der Berliner Gemäldegalerie Wilhelm von Bode. In den beiden Jahren zuvor hatte Oppenheim sich und seiner Frau ein großes Landhaus in der Villenkolonie Alsen durch den Architekten Alfred Messel errichten lassen, dessen spektakuläres Herzstück eine mehr als zwanzig Meter lange Gemäldegalerie war, in der eine opulente Kunstsammlung Platz fand: Im „Großen Messel“ – wie die Villa Oppenheim in der Großen Seestraße 16 (heute: Zum Heckeshorn 38) genannt wurde – gaben sich Gemälde von Vincent van Gogh und Edouard Manet ein Stelldichein und bezeugten den bereits früh an der zeitgenössischen Kunst orientierten und vornehmlich auf französische Impressionisten fokussierten Geschmack Margarete Oppenheims (1857-1935), deren Cézanne-Sammlung als die seinerzeit größte in Deutschland galt und die in ihrem von Alfred Messel angelegten und durch Paul O. A. Baumgarten und Alfred Lichtwark in den 1910er Jahren umgestalteten Garten unter anderem Tierplastiken des Sezessions-Bildhauers August Gaul aufstellen ließ. Im Rahmen der Vortragsreihe „Künstlerhäuser und Sammlervillen in Wannsee“ nimmt sich der Neu-Cladower Salon in der Galerie Mutter Fourage im November dem Wannseer Refugium von Franz und Margarete Oppenheim an.

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ARCHIV

 

Neu-Cladower Salon 2016

“Von der Unvergänglichkeit des Schönen in der Welt”
Der Kunstsammler Johannes Guthmann

 

Zeit seines Lebens sammelte der spiritus rector von Neu-Cladow Kunst. Zum Besitz des Kunsthistorikers und Schriftstellers Johannes Guthmann (1876-1956) zählten dabei wichtige malerische, zeichnerische, graphische, plastische und kunstgewerbliche Arbeiten insbesondere der Antike und der Klassischen Moderne. Zahlreiche Werke der Maler, Zeichner und Graphiker Max Slevogt, Hans Purrmann und Otto Greiner sowie Arbeiten des Bildhauers August Gaul zählten dabei zum Kernbestand der Sammlung von Johannes Guthmann. Dabei ist bis heute der Verbleib zahlreicher Kunstwerke aus Guthmanns umfangreicher und repräsentativer Sammlung ungeklärt. Die Guthmann Akademie nimmt sich dem Forschungsdesideratum einer umfassenden Bestandsrekonstruktion der Guthmann’schen Sammlung an und widmet den Jahreszyklus des Neu-Cladower Salons 2016 der Sammeltätigkeit Johannes Guthmanns:

 

3. Januar 2016 – 14 Uhr

 Auf der Suche nach dem unvergänglich Schönen ... –

Johannes Guthmann als Kunstsammler

 

7. Februar 2016 – 14 Uhr

 Die Malerei auf dem Regenbogen

Arnold Böcklin in der Sammlung Guthmann

 

6. März 2016 – 14 Uhr

 Auch ich bin in Arkadien gewesen …

Anselm Feuerbach in Neu-Cladow

 

3. April 2016 – 14 Uhr

 Prometheus wohnt im Gutshaus

Otto Greiner in der Sammlung Guthmann

 

1. Mai 2016 – 14 Uhr

 … und Mutter steht im Vestibül

Ernst Moritz Geyger und Johannes Guthmann

 

5. Juni 2016 – 14 Uhr

 Von geldzählenden Bettlern und großzügigen Kunsthändlern

Guthmann als Sammler von Ernst Barlach

 

4. September 2016 – 14 Uhr

 Eine Nymphe im Gutspark

Georg Kolbe und Johannes Guthmann

 

2. Oktober 2016 – 14 Uhr

 Ein Eselreiter im Rathaus

August Gaul in der Sammlung Guthmann

 

6. November 2016 – 14 Uhr

Rencontres im Riesengebirge

Hans Purrmann und Johannes Guthmann

Da die Räumlichkeiten des Gutshauses Neukladow einer kulturellen Nutzung aktuell nicht zur Verfügung stehen, findet der Neu-Cladower Salon im November in der Galerie Mutter Fourage, Chausseestraße 15a, 14109 Berlin-Wannsee statt:

www.mutter-fourage.de

Der Eintrittspreis beträgt 10€. Um Reservierung wird gebeten. Anmeldungen nimmt die Galerie Mutter Fourage entgegen unter der e-mail-Adresse karten@mutter-fourage.de oder unter der Telefonnummer 030/8052311.

Das Einladungplakat zum Download finden Sie hier:

Einladung_Neu-Cladower Salon_06_11_2016

 

4. Dezember 2016 – 19 Uhr

 Walpurgisnacht in Schreiberhau

Johannes Guthmann als Slevogt-Sammler

Da die Räumlichkeiten des Gutshauses Neukladow einer kulturellen Nutzung aktuell nicht zur Verfügung stehen, findet der Neu-Cladower Salon im November in der Galerie Mutter Fourage, Chausseestraße 15a, 14109 Berlin-Wannsee statt:

www.mutter-fourage.de

Der Eintrittspreis beträgt 10€. Um Reservierung wird gebeten. Anmeldungen nimmt die Galerie Mutter Fourage entgegen unter der e-mail-Adresse karten@mutter-fourage.de oder unter der Telefonnummer 030/8052311.

 

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